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Anthropic startet Forschungsvorschau des Model Hardware Standard

Anthropic hat eine frühe Version seiner Spezifikation veröffentlicht, mit der KI-Agenten mit programmierbaren Labor- und Fertigungsgeräten verbunden werden können.

Von DigitalNeuron Desk2 Min. Lesezeit

Kurze Antwort

Was hat Anthropic zum Model Hardware Standard bekanntgegeben?

Anthropic hat eine Forschungsvorschau des Model Hardware Standard veröffentlicht, einer gemeinsamen Spezifikation, mit der KI-Agenten programmierbare physische Geräte bedienen können. Das Unternehmen erklärt, MHS standardisiere die Kommunikation mit Geräten wie Mikroskopen, Liquid Handlern und Roboterarmen und stehe zunächst ausgewählten Forschungslaboren und fortschrittlichen Fertigungsbetrieben zur Verfügung.

Das Wichtigste

  • Anthropic hat die Forschungsvorschau des Model Hardware Standard für eine erste Gruppe wissenschaftlicher Forschungslabore und fortschrittlicher Fertigungsbetriebe freigegeben.
  • Das Unternehmen erklärt, MHS biete eine gemeinsame Spezifikation, über die KI-Agenten mehrere programmierbare physische Geräte bedienen können.
  • MHS nutzt standardisierte Treiber und unterstützt die Steuerung über das Model Context Protocol, eine Kommandozeilenschnittstelle und APIs.
  • Anthropic zufolge soll die Vorschau die Zusammenarbeit mit Partnern bei Sicherheitsbewertungen und bewährten Verfahren unterstützen, bevor der Standard als Open Source veröffentlicht wird.
  • Genentech testete MHS und Claude in einem Proof of Concept mit einem Liquid Handler, einem Roboterarm und einem Mikroplatten-Lesegerät.

Anthropic hat eine Forschungsvorschau des Model Hardware Standard, kurz MHS, für eine erste Gruppe wissenschaftlicher Forschungslabore und fortschrittlicher Fertigungsbetriebe freigegeben. Das Unternehmen beschreibt MHS als gemeinsame Spezifikation, die es KI-Agenten ermöglicht, physische Geräte sicher zu bedienen.

Anthropic zufolge kann der Standard Agenten mit mehreren Labor- und Fertigungsinstrumenten verbinden, darunter Mikroskope, Liquid Handler und Roboterarme. Agenten können diese Geräte parallel für Aufgaben einsetzen, die von routinemäßigen Experimenten zur Arzneimittelforschung bis zur Kalibrierung eines Lasers an einem Quantencomputer reichen. Die Entwicklung begann im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen Anthropic und dem HHMI Janelia Research Campus.

Eine gemeinsame Schnittstelle für programmierbare Geräte

MHS führt einen standardisierten Softwaretreiber ein, der zwischen einem Computerbetriebssystem und einem Hardwaregerät übersetzt. Der Treiber nutzt einfache Befehle wie „read“ und „write“ und beschreibt jedes angeschlossene Gerät in einem einheitlichen Format, damit Geräte und Agenten einander erkennen und über Netzwerke kommunizieren können.

Nutzer können in natürlicher Sprache Tags mit Informationen zu den Geräten hinzufügen, einschließlich Eigenschaften, die aus dem Code allein nicht ersichtlich sind. Laut Anthropic können solche Tags etwa das Gewicht eines Roboterarms festhalten. Der Treiber erzeugt daraus eine Referenzdatei, die beschreibt, was das Gerät messen kann, welche Einstellungen sich ändern lassen und welche Sicherheitsgrenzen eingehalten werden.

Agenten können angeschlossene Geräte über das Model Context Protocol, eine Kommandozeilenschnittstelle oder Codedateien mit APIs steuern. Diese Mechanismen erlauben es einem Agenten laut Anthropic, mehrere Geräte mit einer einzigen Codezeile zu koordinieren. Der Agent kann Abläufe in eine bestimmte Reihenfolge bringen, Ergebnisse überwachen und Parameter anpassen, sobald sich die Bedingungen ändern. Für längere oder schnellere Abläufe kann er Treiberbefehle zu Codedateien zusammenfassen, die von den Geräten ausgeführt werden, ohne dass der Agent jeden einzelnen Schritt durchdenken muss.

Anthropic zufolge ist MHS modellunabhängig, funktioniert mit jedem Gerät mit programmierbarer Schnittstelle und kann über Standardprotokolle von jedem Agenten-Framework genutzt werden. Das Unternehmen teilt die frühe Version mit Partnern aus Wissenschaft, Robotik, Elektronik und Fertigung, um Sicherheitsbewertungen und Betriebspraktiken zu entwickeln, bevor der Standard als Open Source veröffentlicht wird.

Tests mit Claude und Laborgeräten

In Tests von Anthropic justierte Claude einen Laser, beurteilte die Bewegung des Strahls über eine Kamera und wiederholte den Vorgang. Das Unternehmen erklärt, Claude habe die gewonnenen Erkenntnisse anschließend in ein deterministisches Skript umgewandelt, das den Laser mit einem einzigen Befehl ausrichtete.

Auch Genentech setzte MHS in einem Proof of Concept zur Automatisierung eines BCA-Proteinassays ein, eines Verfahrens zur Messung der Gesamtproteinkonzentration. Der Aufbau verband einen Liquid Handler, einen Roboterarm und ein Mikroplatten-Lesegerät, wobei Claude das Protokoll koordinierte.

Dem von Anthropic veröffentlichten Material zufolge testete Claude die Durchflussraten beim Flüssigkeitstransfer für Wasser und eine visköse Rinderserumalbumin-Lösung und verglich anschließend die Messwerte des Mikroplatten-Lesegeräts mit einem von einem Experten durchgeführten Transfer. Genentech berichtete, Claude habe für Wasser rund 140 Mikroliter pro Sekunde und für die Proteinlösung 10 Mikroliter pro Sekunde gewählt. Zudem seien Fehler beim Aufnehmen der Pipettenspitzen und bei der Flüssigkeitserkennung aufgetreten, die ohne Eingreifen behoben wurden, wobei die Experimente zugleich Grenzen im Umgang mit physikalischen, chemischen und biologischen Randbedingungen zeigten.

Quelle: Anthropics Ankündigung „Previewing the Model Hardware Standard“, veröffentlicht am 27. August 2026.

Häufige Fragen

Was ist der Model Hardware Standard?
Anthropic beschreibt MHS als gemeinsame Spezifikation, mit der KI-Agenten physische Geräte sicher bedienen können. Er funktioniert mit Geräten, die über programmierbare Schnittstellen verfügen.
Wer kann auf die Vorschau zugreifen?
Anthropic hat die Forschungsvorschau einer ersten Gruppe wissenschaftlicher Forschungslabore und fortschrittlicher Fertigungsbetriebe geöffnet und ein Bewerbungsverfahren für den Zugang bereitgestellt.
Welche Geräte kann MHS steuern?
Anthropic nennt Mikroskope, Liquid Handler und Roboterarme als Beispiele. Das Unternehmen erklärt, MHS funktioniere mit jedem Gerät, das über eine programmierbare Schnittstelle verfügt.
Setzt MHS Claude voraus?
Anthropic zufolge ist MHS modellunabhängig und kann über Standardprotokolle wie das Model Context Protocol von jedem Agenten-Framework genutzt werden.

Quellen

  1. Previewing the Model Hardware Standard \ AnthropicAnthropic
Schlagwörteranthropicclaudemodel-hardware-standardai-agentslaboratory-automationmanufacturing

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