Anthropic veröffentlicht zweiten Economic-Index-Bericht zur Nutzung von Claude 3.7 Sonnet
Anthropic hat einen zweiten Economic-Index-Bericht veröffentlicht, der analysiert, wie Menschen Claude 3.7 Sonnet nutzen, einschließlich des neuen erweiterten Denkmodus und Daten zur Automatisierung auf Aufgabenebene.
Kurze Antwort
Was sagt der zweite Economic-Index-Bericht von Anthropic darüber, wie Menschen Claude 3.7 Sonnet nutzen?
Der zweite Economic-Index-Bericht von Anthropic zeigt eine steigende Nutzung von Claude.ai in den Bereichen Programmierung, Bildung, Wissenschaft und Gesundheitswesen nach dem Start von Claude 3.7 Sonnet. Der erweiterte Denkmodus wurde am häufigsten von technischen Berufsgruppen genutzt. Der Anteil der Augmentierung blieb mit 57 Prozent der Nutzung stabil, und Anthropic veröffentlichte eine neue Nutzungstaxonomie mit 630 Kategorien sowie Daten zur Automatisierung auf Aufgabenebene.
Das Wichtigste
- Anthropic zufolge stieg der Anteil der Claude.ai-Nutzung in den Bereichen Programmierung, Bildung, Wissenschaft und Gesundheitswesen in den elf Tagen nach dem Start von Claude 3.7 Sonnet im Vergleich zum ersten Economic-Index-Bericht.
- Laut Anthropic wurde der erweiterte Denkmodus am häufigsten bei technischen Aufgaben genutzt, mit rund 10 Prozent Nutzung bei Aufgaben von Informatik- und Informationsforschenden und etwa 8 Prozent bei Softwareentwicklern.
- Anthropic berichtet, dass die Augmentierung weiterhin 57 Prozent der Claude.ai-Nutzung ausmachte, unverändert gegenüber dem vorherigen Bericht, während der Anteil lernbezogener Interaktionen von etwa 23 auf etwa 28 Prozent stieg.
- Anthropic stellte fest, dass Aufgaben von Werbetextern und Lektoren die höchste Aufgabeniteration zeigten, während Übersetzer- und Dolmetscheraufgaben zu den Bereichen mit dem höchsten direktiven Nutzungsanteil zählten, bei dem das Modell Arbeit mit minimaler menschlicher Beteiligung erledigt.
- Anthropic veröffentlichte eine neue Bottom-up-Taxonomie mit 630 Nutzungskategorien, erstellt mit dem Analysetool Clio, sowie Datensätze zu Automatisierung und Augmentierung auf Aufgaben- und Berufsebene, allesamt zum Download verfügbar.
Anthropic hat einen zweiten Bericht aus seinem Anthropic Economic Index veröffentlicht, einer Initiative, mit der das Unternehmen eigenen Angaben zufolge regelmäßig Daten und Forschungsergebnisse dazu vorlegt, wie sich KI auf Arbeitsmärkte und Wirtschaft auswirkt. Diese Ausgabe umfasst Nutzungsdaten von Claude.ai, die nach dem Start von Claude 3.7 Sonnet erhoben wurden – laut Anthropic dem neuesten und leistungsfähigsten Modell des Unternehmens, mit Stärken bei agentischem Programmieren und einem neuen „erweiterten Denk“-Modus.
Was Anthropic analysiert hat
Anthropic gibt an, eine Million anonymisierte Claude.ai-Free- und Pro-Konversationen aus den elf Tagen nach dem Start von Claude 3.7 Sonnet untersucht zu haben. Das Unternehmen nutzte sein datenschutzwahrendes Analysetool Clio, um jede Konversation einer von rund 17.000 Aufgaben in der O*NET-Datenbank des US-Arbeitsministeriums zuzuordnen, und untersuchte anschließend Muster über Berufe und Berufskategorien hinweg.
Verschiebungen in der Nutzung seit dem Start
Laut Anthropic stieg der Nutzungsanteil in mehreren Berufskategorien moderat an, darunter Programmierung, Bildung und Naturwissenschaften sowie Anwendungen im Gesundheitswesen. Das Unternehmen erklärt, dass Berufe in Informatik und Mathematik mit einem Plus von 3 Prozentpunkten den größten absoluten Anstieg beim Nutzungsanteil verzeichneten. Anthropic merkt an, dass der Anstieg im Programmierbereich angesichts der verbesserten Programmier-Benchmark-Werte von Claude 3.7 Sonnet zu erwarten war, während der Anstieg in anderen Kategorien möglicherweise eine breitere KI-Adoption, neue Anwendungen von Programmierung in diesen Feldern oder unerwartete Modellfähigkeiten widerspiegelt.
Nutzung des erweiterten Denkmodus
Anthropic berichtet, dass der erweiterte Denkmodus, der es dem Modell erlaubt, bei Aktivierung durch einen Nutzer länger über komplexe Fragen nachzudenken, überwiegend in technischen und kreativen Kontexten zum Einsatz kam. Dem Unternehmen zufolge führten Aufgaben von Informatik- und Informationsforschenden die Nutzung mit knapp 10 Prozent an, gefolgt von Softwareentwicklern mit rund 8 Prozent, Multimediakünstlern mit etwa 7 Prozent und Videospiel-Designern mit etwa 6 Prozent. Anthropic veröffentlicht auf Hugging Face einen Datensatz, der jede O*NET-Aufgabe mit der zugehörigen Nutzung des Denkmodus verknüpft.
Augmentierung versus Automatisierung
Anthropic erklärt, dass sich das Gesamtverhältnis zwischen augmentativer Nutzung – etwa Lernen oder iteratives Arbeiten mit dem Modell – und automatisierender Nutzung – etwa das direkte Erledigen oder Debuggen einer Aufgabe durch das Modell – gegenüber dem ersten Bericht kaum verändert hat: Die Augmentierung macht weiterhin 57 Prozent der Nutzung aus. Das Unternehmen berichtet, dass Lerninteraktionen, bei denen Nutzer Claude um Informationen oder Erklärungen bitten, von etwa 23 auf etwa 28 Prozent gestiegen sind. Laut Anthropic näherten sich Aufgaben im Bereich Gemeinwesen und soziale Dienste, einschließlich Bildung und Beratung, einer Augmentierungsquote von 75 Prozent, während produzierende sowie Informatik- und Mathematikberufe eher bei einer 50-50-Aufteilung lagen; in keiner Berufskategorie habe die Automatisierung dominiert, so das Unternehmen. Anthropic fügt hinzu, dass Aufgaben von Werbetextern und Lektoren die höchste Aufgabeniteration zeigten, bei der Mensch und Modell gemeinsam an einem Ergebnis arbeiten, während Aufgaben von Übersetzern und Dolmetschern zu den Bereichen mit dem höchsten Anteil an direktivem Verhalten zählten, bei dem das Modell Arbeit mit minimaler menschlicher Beteiligung erledigt. Bibliothekare wiesen mit rund 56 Prozent den höchsten Anteil an Lerninteraktionen auf, während Werbetexter mit etwa 58 Prozent bei der Aufgabeniteration führten, so das Unternehmen.
Neue Bottom-up-Nutzungstaxonomie
Anthropic veröffentlicht zudem eine nach eigenen Angaben erstmalige Bottom-up-Taxonomie der Claude.ai-Nutzung, die mit Clio aus demselben Konversationsdatensatz erstellt wurde. Sie besteht aus 630 granularen Clustern, gegliedert in drei Hierarchieebenen, jeweils mit Beschreibungen, Häufigkeitskennzahlen und Aufschlüsselungen nach Automatisierung und Augmentierung. Anthropic hob Beispielcluster hervor, darunter Hilfe bei Wassermanagementsystemen, physikbasierte Simulationen, Schriftartauswahl, Bewerbungsunterlagen, Beratung zu Batterietechnologie sowie den Umgang mit Zeitzonen im Code. Das Unternehmen erklärt, dass die Datensätze hinter beiden Analysen frei zum Download verfügbar seien und man plane, diese Kennzahlen mit fortschreitenden Modellfähigkeiten weiter zu verfolgen. Anthropic wies zudem darauf hin, dass es Stellen für Societal Impacts Research Scientist, Research Engineer und Economist ausschreibt.
Quelle: Anthropic, „Anthropic Economic Index: Insights from Claude 3.7 Sonnet“, veröffentlicht am 27. März 2025.
Häufige Fragen
- Was ist der Anthropic Economic Index?
- Anthropic beschreibt ihn als Initiative, die regelmäßig Daten und Forschungsergebnisse dazu veröffentlicht, wie sich KI im Zeitverlauf auf Arbeitsmärkte und Wirtschaft auswirkt.
- Welche Daten wurden in diesem zweiten Bericht analysiert?
- Anthropic analysierte eine Million anonymisierte Claude.ai-Free- und Pro-Konversationen aus den elf Tagen nach dem Start von Claude 3.7 Sonnet und nutzte dabei sein Tool Clio, um Konversationen Aufgaben in der O*NET-Datenbank des US-Arbeitsministeriums zuzuordnen.
- Was hat Anthropic zum erweiterten Denkmodus herausgefunden?
- Anthropic zufolge wurde der erweiterte Denkmodus überwiegend für technische und kreative Problemlösungsaufgaben genutzt, angeführt von Informatik- und Informationsforschenden mit knapp 10 Prozent Nutzung, gefolgt von Softwareentwicklern mit rund 8 Prozent.
- Hat sich das Verhältnis zwischen KI-Augmentierung und -Automatisierung verändert?
- Anthropic berichtet, dass das Verhältnis im Wesentlichen gleich blieb, wobei die Augmentierung 57 Prozent der Nutzung ausmachte, während lernbezogene Interaktionen von etwa 23 auf etwa 28 Prozent der Daten zunahmen.